Ratgeber
Inkasso: Wie der Forderungseinzug abläuft
Wenn eigene Mahnungen nicht fruchten, übernimmt oft ein Inkassodienstleister den Einzug. Dieser Ratgeber erklärt den Ablauf, die geltenden Rechte und Grenzen und womit Gläubiger wie Schuldner rechnen müssen.
Was ein Inkassounternehmen macht
Ein Inkassodienstleister zieht offene Forderungen im Auftrag des Gläubigers ein. Er kann eine Forderung im Namen des Gläubigers betreiben oder sie ankaufen und dann im eigenen Namen verfolgen.
Seriöse Inkassounternehmen sind registriert und unterliegen Aufsicht und gesetzlichen Vorgaben. Sie dürfen den Schuldner anschreiben und anrufen, aber nicht drohen, täuschen oder unzulässig unter Druck setzen.
Der typische Ablauf
Zunächst erhält der Schuldner ein Inkassoschreiben mit der Forderung, einer Frist und einer Zahlungsmöglichkeit. Oft wird zusätzlich eine Ratenzahlung angeboten.
Reagiert der Schuldner nicht, schöpft das Inkasso die außergerichtlichen Bemühungen aus und empfiehlt dem Gläubiger anschließend den gerichtlichen Weg. Den vollstreckbaren Titel schafft erst das Gericht.
Welche Kosten anfallen dürfen
Die erstattungsfähigen Inkassokosten sind gesetzlich gedeckelt und orientieren sich an der Höhe der Forderung. Übersteigen die geforderten Kosten diesen Rahmen, müssen Schuldner sie nicht in voller Höhe akzeptieren.
Für den Gläubiger gilt: Nur die notwendigen Kosten der Rechtsverfolgung sind ersatzfähig. Voraussetzung ist eine berechtigte, im Verzug befindliche Forderung.
Inkasso oder selbst durchsetzen
Inkasso nimmt Aufwand ab und bündelt Erfahrung im Forderungseinzug. Das kann sich besonders bei vielen oder schwierigen Fällen lohnen.
Bei einzelnen, klar belegten Forderungen ist der eigene Weg über Mahnung und gerichtliches Mahnverfahren oft genauso wirksam und günstiger. Eine sichtbare, dokumentierte Akte unterstützt beide Wege.
Häufige Fragen
Muss ich eine Inkassoforderung sofort zahlen?
Prüfen Sie zuerst, ob die Forderung berechtigt und nicht verjährt ist. Ist sie korrekt, sollten Sie zügig reagieren, notfalls eine Ratenzahlung vereinbaren, um weitere Kosten zu vermeiden.
Darf Inkasso meine Schulden veröffentlichen?
Inkassodienstleister unterliegen dem Datenschutz und dürfen nicht beliebig veröffentlichen. Zulässig ist die Übermittlung berechtigter Daten an Auskunfteien nach den gesetzlichen Voraussetzungen.
Was, wenn die Inkassokosten zu hoch wirken?
Sie können eine Aufschlüsselung der Kosten verlangen und überhöhte Positionen beanstanden. Maßgeblich ist der gesetzliche Rahmen, der sich nach der Forderungshöhe richtet.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.